Katholische Kirche in Cottbus

Propsteipfarrei Zum Guten Hirten - Cottbus und Umgebung

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Pfarrbrief Januar

Kirchliche Bußordnung

Durch  Glaube  und  Taufe  sind  wir  Christen  mit  Gott  versöhnt  und  in  die Lebensgemeinschaft mit Christus und seiner Kirche aufgenommen. Was wir in der Taufe als Gabe empfangen haben, das ist zugleich unsere Aufgabe:
Wir  sind  zu  einem  Leben  aus  dem  Glauben  berufen.  -  Trotzdem  sind  wir immer  wieder  versucht,  die  Verbindung  mit  dem  Herrn  und  der  Kirche  zu vernachlässigen  oder  gar  durch  schwere  Schuld  zu  lösen.  Durch  die Schwäche  und  Sünde  der  einzelnen  Christen  bleibt  auch  die  Kirche  als Gemeinschaft hinter dem Auftrag des Herrn zurück. Uns allen gilt daher der Ruf Jesu: Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist nahe. Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium" So müssen Buße, Umkehr und Erneuerung eine Grundhaltung jedes Christen sowie der ganzen Kirche sein.

 

Von  Anfang  an  haben  Christen  feste  Zeiten  der  Besinnung  und  Buße gehalten und dabei erfahren, wie wichtig und hilfreich es für uns Menschen ist, diese Haltung in bestimmten Zeiten immer wieder einzuüben.

 

Die vierzigtägige Fastenzeit


Alljährlich  begeht  die  Kirche  als  eigene  Zeit  der  Besinnung  und  Buße  die "Österliche Bußzeit". Vierzig Tage hindurch bereitet sie sich für die österliche Feier des Todes und Auferstehung des Herrn vor. In dieser Zeit suchen wir
Christen, uns und unseren Lebensstil so zu ändern, dass wieder mehr Raum entsteht  für  Besinnung  und  Gebet,  für  heilsamen  Verzicht  und  neue  Sorge füreinander. Als einzelne und als Gemeinschaft machen wir uns bereit, in der Osternacht das Taufversprechen bewusst und entschieden zu erneuern und in dankbarer Freude mit Christus das Ostermahl zu halten.
Diese österliche Tischgemeinschaft mit dem Herrn ist für uns lebensnotwendig. Wir sind zu ihr in jeder Messfeier eingeladen.
Unabdingbare Mindestforderung ist:
Ein  katholischer  Christ  ist  verpflichtet,  an  jedem  Sonntag  und gebotenen Feiertag die Hl. Messe mitzufeiern und wenigstens einmal im Jahr, und zwar in der österlichen Zeit (Aschermittwoch bis Pfingsten) an der  Eucharistie  durch  den  Empfang  der  heiligen  Kommunion  voll teilzunehmen.


Erfreulich vielen Christen ist die sonntägliche Kommunion selbstverständlich geworden.  Für  jeden  Kommunionempfänger  gilt:  Wer  sich  in  schwerer Sünde  von  Gott  abgewandt  hat,  muss  umkehren  und  sich  durch  den Empfang des Bußsakramentes versöhnen lassen, ehe er zum Tisch des Herrn hinzutritt.


Der Aschermittwoch


Am  Aschermittwoch  beginnt  die  Kirche  gemeinsam  ihren  österlichen  Weg.
Nach Möglichkeit nehmen die Gläubigen am Aschermittwoch - Gottesdienst teil und lassen als äußeres Zeichen der Bußgesinnung die Asche auflegen.


Der  Aschermittwoch  ist  strenger  Fasttag.  Der  katholische  Christ begnügt  sich  an  diesem  Tag  mit  einer  einmaligen  Sättigung  und verzichtet auf Fleischspeisen.

 

Diese  Verpflichtung  zum  Fasten  betrifft  Erwachsene  vom  vollendeten  18. Lebensjahr  bis  zum  Beginn  des  60.  Lebensjahres.  Das  Abstinenzgebot (Verzicht  auf  Fleischspeisen)  verpflichtet  jeden  Katholiken  vom  vollendeten
14.  Lebensjahr  bis  zum  Lebensende.  Entschuldigt  ist,  wer  durch  Krankheit oder schwere körperliche Arbeit am Fasten oder an der Abstinenz gehindert ist. Neben der einmaligen Sättigung ist am Fasttag zu den beiden anderen
Tischzeiten eine kleine Stärkung erlaubt.

 

Die Werktage der Fastenzeit


An allen Werktagen der Fastenzeit sind wir aufgerufen, Buße im Sinne der Bergpredigt durch Gebet, Verzicht und Werke der Nächstenliebe zu verwirklichen.

 

   - Gebet: Wir entsprechen dem Geist Jesu und dem Wunsch der Kirche, wenn wir in der Fastenzeit neu auf Gottes Zuwendung zu uns antworten und uns besonders darum bemühen, persönlich zu beten und das Familien- oder
Gemeinschaftsgebet zu erneuern,  um Beispiel das Morgen- und Abendgebet, das Tischgebet oder den "Engel des Herrn". Gemeinschaft mit Gott sollten wir in dieser Zeit auch suchen durch lesen der Heiligen Schrift, Besuch der Fastenpredigt, Teilnahme an Besinnungstagen, Exerzitien, Zeiten der Stille, Kreuzweg- und Rosenkranzandachten, nicht zuletzt durch den Empfang des Bußsakramentes und durch die Mitfeier der Eucharistie auch an Werktagen.


   - Fasten und Verzichten: Das eigentliche Fasten bleibt an allen Werktagen der Fastenzeit angeraten. Wer nicht so einschneidend fasten kann, sollte sich wenigstens bewusst einschränken im Essen, Trinken und Rauchen, im Gebrauch des Fernsehens und Partys, Tanzveranstaltungen und ähnliche Vergnügungen verzichten. In solchem Verzicht gewinnen wir neue Freiheit für Gott, für den Menschen neben uns und gegenüber den eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Wir üben damit zugleich als einzelne und als weltweite Glaubensgemeinschaft jedes Jahr neu die Haltung jenes Konsumverzichts ein, ohne den die Menschheit ihre Zukunft nicht bestehen wird.

 

   - Almosen und Werke der Nächstenliebe: Seit alters haben die Christen es als einen besonderen Sinn des Fastens angesehen, mit den Armen zu teilen. Für uns gilt heute: Jeder Christ soll je nach seiner wirtschaftlichen Lage jährlich ein für ihn spürbares Geldopfer für die Hungernden und Notleidenden in der Welt geben.
Mehr noch als sonst im Jahr sollen wir Christen in der Fastenzeit uns sorgen um Menschen in leiblicher und seelischer Not, um Alte, Kranke und Behinderte, um mutlose, ratlose und verzweifelte Menschen, in denen uns Christus begegnet.
 
Der Karfreitag


In der Feier des Karfreitags bekennt sich die Kirche vor der ganzen Welt zum leidenden und gekreuzigten Herrn. Im Gedenken an sein Sterben für uns und betroffen von der Bosheit und Sünde, die in uns und in der Welt immer noch
wirken, begeht die Kirche diesen Tag als Bußtag.
Der Karfreitag ist strenger Fasttag. Der katholische Christ begnügt sich an  diesem  Tag  mit  einer  einmaligen  Sättigung  und  verzichtet  auf Fleischspeisen. (Verpflichtung wie Aschermittwoch)


Das Bußsakrament


Unter  den  gottesdienstlichen  Formen  der  Buße  nimmt  das  Bußsakrament eine herausragende Stellung ein. Im Auftrag der Kirche wird dem Christen, der  seine  Schuld  aufrichtig  bereut,  sie  persönlich  bekennt  und  zur Wiedergutmachung  bereit  ist,  durch  den  Priester  in  der  Vollmacht  Christi Versöhnung geschenkt.


Bei  allen  schweren  Sünden  ist  der  Empfang  des  Bußsakramentes unerlässlich.  Jeder  Gläubige  ist  verpflichtet,  seine  schweren  Sünden wenigstens einmal im Jahr aufrichtig zu bekennen.


Unter schwerer Sünde versteht die Kirche, dass sich der Christ in wichtiger Sache bewusst und freiwillig gegen den Willen und Ordnung entscheidet, wie sie in der Kirche verkündet werden; denn durch solches Tun wendet er sich von Gott und der Gemeinschaft der Kirche ab.

 

Auch  denen,  die  sich  keiner  schweren  Sünde  bewusst  sind,  empfiehlt die  Kirche,  in  Zeitabständen,  in  denen  das  eigene  Leben  noch überschaubar ist, das Bußsakrament zu empfangen.


Dadurch  erfahren  wir  persönlich  und  sinnfüllig,  dass  Gott  uns  durch  die Kirche unsere Schuld vergibt. Das Aussprechen kann hilfreich sein und dazu beitragen, dass wir uns entschiedener vom Bösen abwenden. Darüber hinaus hilft  uns  die  Beichte,  unsere  Grundeinstellung  und  ethischen  Maßstäbe  zu überprüfen,  tieferliegende  Fehlhaltungen  zu  entdecken  und  uns  der  Liebe Gottes neu zu öffnen.


Buße  in  den  vielfältigen  Formen  hilft  uns,  die  Versuchung  zu  Willkür, Egoismus,  Sucht,  Untreue  oder  Verbitterung  zu  bewältigen,  im  Glauben  zu reifen und immer tiefer in uns das neue Leben zu entfalten, das Gott uns in der  Taufe  geschenkt  hat.  Gott  begegnet  uns  so  als  der  Vergebende  und Barmherzige, wie schon der Prophet Jesaja sagt:" Ich fege deine Vergehen hinweg  wie  eine  Wolke  und  deine Sünden  wie  ein  Nebel.  Kehre zurück  zu mir, denn ich befreie dich".