Katholische Kirche in Cottbus

Propsteipfarrei Zum Guten Hirten - Cottbus und Umgebung

German Afrikaans Czech English French Hungarian Italian Polish Russian

Pfarrbrief aktuell

Eine Betrachtung der österlichen Tage 2020

Liebe Schwestern und Brüder,

menschliche Erfahrungen lassen sich als Erfahrungen des Gründonnerstags, des Karfreitags, des Karsamstags und des Ostertages beschreiben.

Gründonnerstag

Das letzte Abendmahl beginnt damit, dass Jesus Christus seinen Jüngern die Füße wäscht. Er ist ganz bei der Sache, wie immer ist er ganz bei den Menschen, um uns ein Beispiel zu geben. Bevor wir uns hingeben, fragen wir uns, welchen Sinn unsere Hingabe hat. Nun, zunächst geht es darum, im Dienst an den Nächsten das Leben zu spüren. In der Hinwendung zum Nächsten überwinden wir darüber hinaus die ängstliche Sorge um uns selbst. Wer sich dem anderen aussetzt, ist zu jeder Zeit in Gefahr. In den Tagen der Pandemie ist er es in besonderer Weise. Umso dankbarer dürfen wir für die Menschen sein, die ihren Dienst am Nächsten nicht aufgeben. Sie verschenken sich selbst, so wie Jesus Christus es getan hat. „Nehmt hin,“ sagt er, „das ist mein Leib, mein Blut.“ In dieser Weise gewinnt er für uns das Leben. Wir rufen uns sein Beispiel nicht nur in Erinnerung, sondern wir tun, was er uns aufgetragen hat, zu seinem Gedächtnis. Das heißt, durch unseren Dienst rufen wir Jesus Christus uns und den Menschen in das Gedächtnis unseres Leibes und Blutes – retten Leben, heilen und
trösten.

Karfreitag

Im Kreuz ist Heil. Das Leben geht weiter, aber unsere Vorstellungen vom Leben werden durchkreuzt. Wer von uns hat sich vorgestellt, dass wir die heiligen drei Tage ein erstes Mal nicht in unseren Kirchen feiern dürfen. Wir haben vielleicht gedacht, alles könnte so weiter gehen, dass wir gesund bleiben in einer kranken Welt. Wir schauen auf zu Jesus Christus, sehen seinen Leib voll tiefer Wunden. Das Leben ans Kreuz genagelt. „Anderen hat er geholfen!“ Seine Liebe brachte den Lahmen das Gehen bei, öffnete
den Blinden die Augen, vergab den Sündern ihre Schuld. Sich selbst hat er nicht geholfen. Wollte er uns sagen, dass wir dem Bösen keinen Widerstand leisten sollen, um es ins Leere laufen zu lassen? Wollte er uns sagen, dass der Mensch durch Leiden erlöst wird? Wollte er uns sagen, dass einer des anderen Last tragen soll? Wollte er uns sagen, dass unsere Existenz scheitern kann, unser Leben aber immer gelingt? Fragen über Fragen. Hat Jesus Christus die Antwort gewusst? Ja, er wusste, wozu der Vater ihn verlassen hat, nur deshalb konnte er sagen: „Vater in deine Hände befehle ich meinen Geist.“

Karsamstag

Es ist ein langer Weg, das Leben vom Sich-Erleiden zum Sich-Erfreuen zu überführen.
Glaube, Hoffnung und Liebe haben es schwer. Mit einem Mal scheint das Leben still zu stehen. Wir kennen die tödliche Langeweile und wir kennen die lähmende Angst. Wer ins Grab gesunken ist, kann nichts mehr von der Güte Gottes erhoffen, heißt es, doch
das ist ein Irrtum. Jesus Christus steigt hinab in das Reich des Todes, stört die Grabesruhe, um sich dem Menschen, der nichts mehr von der Güte Gottes erhofft, entgegenzustellen. Wie Theseus befreit Jesus Christus uns Menschen aus dem Labyrinth der Todesangst. Wir müssen sterben, aber niemand wird dem Tod ausgeliefert. Niemand muss sich lebendig begraben fühlen. 

Ostersonntag

Zunächst sei angemerkt, dass die frohe Botschaft von der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus jeden zu erreichen vermag, selbst wenn er sich ängstlich wie die Jünger hinter verschlossenen Türen aufhalten muss, so wie viele von uns in diesen Tagen. Zeit,
um die frohe Botschaft zu verinnerlichen. Wie die Frauen am leeren Grab mögen wir erschrecken über die Leere in unserem Dasein, nicht um vor Schreck zu erstarren, sondern um in Bewegung zu geraten. Wie Maria Magdalena mögen wir weinen. Man sieht mit Augen, die geweint haben, bekanntlich ein bisschen klarer, nur um zu erkennen, dass Jesus Christus uns nahe ist. Wie die Jünger am See Genezareth mögen wir bald wieder zur Tagesordnung übergehen dürfen, um ihm in unserem Alltag dankbar zu begegnen. Wie der zweifelnde Thomas mögen wir mit ihm in Berührung kommen. Wie die Emmausjünger mögen wir ihn bald am Brotbrechen wiedererkennen, wenn wir nach schwerer Zeit wieder in unseren Kirchen zusammenkommen, um Eucharistie zu feiern.
Ein gesegnetes und frohes Osterfest wünscht Ihnen

Ihr Propst Thomas Besch

Corona-Infos

Hier finden Sie alle Informationen, die auf dieser Seite im Bezug zur Corona-Krise veröffentlich wurden.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies.
Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.