31.01.2016 - Afrika-Sonntag

Zum 25. Mal feiern wir nun diesen Afrika-Sonntag. Dabei soll wenigstens ein- mal im Jahr an die Partnerschaft mit Ghana erinnert werden. Die heutige 2. Lesung handelt ausschließlich von der Liebe. Das passt gut zu unserer Partnerschaft. - Der Bischof Dr. Lucas Abadamboora von einer Nord- Ghanaischen Diözese hielt einmal auf einer Tagung in der Schweiz einen Vortrag über das Thema „Partnerschaft zwischen Kirchen". Darin stellte er fest, dass es für jeden Christen eine Aufforderung aus dem Glauben heraus ist, mit Ortskirchen aus allen Teilen der Welt in Gemeinschaft miteinander zu treten. Trifft das für uns zu?

Zu Weihnachten habe ich wieder Post von Erzbischof Sarpong und vom residierenden Erzbischof Gabriel aus Kumasi erhalten. Sie übermittelten auch Grüße und gute Wünsche an die ganze Gemeinde. Ich habe inzwischen beide informiert, dass wir gern noch , im Gebet verbunden sein wollen, dass es aber mir persönlich nicht mehr möglich ist weiterhin materielle oder finanzielle Hilfe zu leisten. Pfarrer Straathof übermittelte ebenfalls herzliche Segenswünsche. Er schrieb, dass er nun mit 83 Jahren seinen Alterssitz in dem neu gebauten Pfarrhaus in Aplaku genommen hat. Allerdings hat er sich bereit erklärt in Ghana ein Weiterbildungszentrum mit aufzubauen, für das schon ein großes Gelände zur Verfügung steht. Pfarrer Eric Oduro Wiafe grüßt ebenfalls alle recht herzlich und bedankt sich für die bisher geleistete Hilfe. Er hat noch zwei wichtige Projekte in Arbeit. Er hat mir Bilder geschickt, die ich hinten ausgelegt habe. Seine Außenstelle in Manhean, wo bisher mitten im Busch unter einem Wellblechdach Gottesdienst gefeiert wurde, wächst zusehends. Inzwischen sind es 800 Gemeindemitglieder. Also haben sie angefangen eine kleine massive Kirche zu bauen. Er hat keine Chance vom Bonifatiuswerk oder der Sparkasse Unterstützung zu bekommen. Da wäre Hilfe sicher dringend notwendig. Seine zweite Baustelle ist das neu erworbene Grundstück mit einem Haus, das als Kindergarten/Kinderkrippe dienen soll. Damit wird gleichzeitig im Schulgebäude Raum frei für weitere Klassenräume.
Eigentlich wollte ich ihm für seine Hauptkirche St. Stephen (am Sonntag sind dort 2 Gottesdienste mit je 500 Besuchern) unsere freigewordene elektr. Orgel, so wie wir mit Propst Besch und Herrn Dr. Sobotta mal angedacht hatten, schicken. Aber so nebenbei erfuhr ich, dass sie für Peitz bestimmt sei. Aus Kreisen des Kirchenvorstandes sagte man mir, ob denn überhaupt jemand des Orgelpiels mächtig sei, Im übrigen würde ja vielleicht ein Kybord genügen. Einen Kommentar dazu erspare ich mir. (im Hinterkopf habe ich immer noch die Aussage des Kirchenvorstandes, dass unsere Kirche reich ist)                          Da der Kontakt zur Buschklinik in Ntobroso abgebrochen ist, habe ich mich auch bei „action medeor", mit Dank für die viele Hilfe, abgemeldet.
So geht leider eine für unsere Gemeinde gute und wichtige Partnerschaft langsam dem Ende entgegen. In der heute so angespannten Situation mit den Asyl Suchenden wäre gerade unser Wissen über Fremde eigentlich eine große Hilfe. Aber uns fehlt schon der Mut unsere ausländischen Studenten stärker in unser tägliches Leben einzubinden. Ich bin mir sicher, dass die Haltung unserer Bundeskanzlerin aus Christlicher Überzeugung kommt, wenn Sie sagt: wir schaffen das. Wer kann sich verweigern, wenn er die Flüchtlingskolonnen mit Kindern und Alten bei diesem Wetter sieht? Wer verantwortet den Tod so vieler ertrunkener? Ich war auch 1945 Flüchtling. Ich bin der Meinung, wenn wir alle nicht den Menschen auf der Südlichen Halbkugel unserer Erde vor Ort helfen, wird der Flüchtlingsstrom nie enden.
So möchte ich mich bei all den vielen Spendern und Helfern, die in den vergangenen 25 Jahren den Menschen in Ghana in vielfältiger Weise geholfen haben , danken und sie bitten auch weiterhin finanziell den Brüdern und Schwestern helfend zur Seite zu stehen. Seien sie gewiss, dass das keine Einbahnstraße ist, sondern dass wir alle in das Gebet unserer Partner eingeschlossen sind. Danke und Gott vergelt's.

Text & Fotos: Rudolph Schirmer


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